Der Westen
Stuttgart West
Unser Stadtbezirk im Streiflicht:

Zwischen Hasenberg, Birkenkopf
und Kräherwald erstreckt sich der Talkessel des
Stuttgarter Westens. Jahrhunderte lang waren hier nur
einzelne Häuser zu finden, im 12.Jahrhundert ein Steinhaus
(Steinenhausenstraße) und vielleicht auf dem Reinsburghügel,
der Karlshöhe, eine Burg. Noch vor 150 Jahren diente der
größte Teil des Geländes dem Wein-, Acker- und
Gartenbau. Wegverbindungen nach Calw über die
Hasenbergsteige und nach Botnang über die Botnanger Steige
durchzogen die zu Stuttgart gehörende Markung. Der
Vogelsangbach bot ein idyllisches Bild, bis er dann zumeist
in Röhren an der Stadt vorbei zum Nesenbach geleitet
wurde. Andere Quellen speisten den 1703 angelegten
Feuersee.
Zu Beginn des vorigen Jahrhunderts begann Stuttgart langsam
seine mittelalterlichen Mauern zu sprengen, der
"nordwestliche Stadtteil", begann aus der Stadt
herauszuwachsen. Immer schneller wurden schachbrettartig
neue Straßen angelegt und an den Talrand verlängert, wo
sie schwungvoll die Höhe erklimmen oder in Stäffele
enden. Durch den Bau der Gäubahn und des Westbahnhofs 1879
wurde der Bauboom verstärkt, Neben Handwerksbetrieben, die
sich in den Höfen der Wohnquartiere bildeten, entstanden
Fabriken, wie Waldbauer-Schokolade, Bleyle-Bekleidung und
Siegle-Farben an der Rotebühlstraße. Ein Vorgänger der
heitigen Allianz war schon seit 1860 an der Reinsburgstraße.
Zahlreiche soziale Einrichtungen, wie Heime, Krankenhäuser
oder Schulen fanden hier Erweiterungsraum. Nach der
Jahrhundertwende wurden auch die Hanglagen zunehmend
bebaut.
Der Stuttgarter Westen hat keine historische Siedlung zum
Ausgang. Bürgervereine kümmerten sich in den einzelnen
Quartieren im "nordwestlichen Stadtteil" um die
Interessen der Bewohner, bis sie im 3.Reich aufgelöst
wurden. Seit dem 1.Oktober 1956 ist der Stuttgarter Westen
ein fest umrisserner Bezirk im inneren Stadtgebiet, mit
Bezirkbeirat und Bezirksvorsteher, die sich vor Ort für
die Belange der Bewohner stark machen.
Aus dieser historischen Entwicklung heraus läßt sich das
fehlende Stadtteilzentrum per se erklären.
Als Subzentren können angesprochen werden:
Bismarckplatz, Schwab-/Rotebühlstr.,Feuerseeplatz Hölderlinplatz,Rosenbergplatz,Paul-Gerhardtplatz
sowie neuerdings das alte SSB Depot.
Handel- und Gewerbe durchsetzen den gesamten Stadtbezirk.
Insbesondere die typische Blockrandbebauung mit teilweise
hohem Gewerbeanteil im Blochinnenbereich ist für den
Stadtteil charakteristisch, bringt aber auch erhebliche
Probleme mit sich.
Topographisch und sozial läßt sich der Stuttgarter Westen
in die Kessellage mit ihrer hohen Verdichtung, die
zunehmende Tendenzen zur Verslumung im Bereich der Wohnbevölkerung
zeigt und die Hanglage, mit ihrer gutbürgerlichen bis sehr
wohlhabenden Bevölkerung.

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